• Dominik

Von Blau träumen

Blau. Um mich rum, auf meinem Kopf und auch ein gewisses Blau in mir drin. Sitze hier trinke mein Bier. Das 2. denn hier ist es schön. Schaue über die noch leeren Tische aus dem hochgeschobenen Fenster nach drüben. Jazzmusiker*innen, Arbeiter*innen und welche, die die Arbeit hinter sich haben. Wie ich... Bestimmt schon zum 5. Mal sitze ich hier und geniesse einen dieser Feierabendtees namens: Bier. Klein aber fein, blau und noch blauer, zentral und versteckt strahlt dieser Ort Blau vor sich hin. 3 Personen arbeiten hier. 2 von ihnen habe ich immer wieder mal angetroffen - sie mich anscheinend nicht. Vielleicht der Grund für diesen Text: „Hier, siehst du mich nicht, strahlend mit gelbem Pullover und blauem Hut“. Wie in einer Liebesgeschichte versuche ich immer wieder mit ihm Kontakt aufzubauen und Augenkontakt zu halten. Ich möchte ihm sagen: „Du und deine Bar... Wow... Ich weiss nicht mehr weiter...“

So eine Bar ist eben schon etwas schönes.

Schräges Bierglas am Zapfhahn stehend und locker in den Raum schauen. Oder, Gläser putzen, obwohl sie schon glänzen. Durstigen Arbeitern nach der Arbeit etwas zu Trinken hinstellen und wissen: Man hat ihm/ihr etwas Gutes getan. Wie eine entspannte Massage oder so.

Jetzt steht er draussen, lässig am Handy, grüsst hier und da mal einen Passanten. Er vor seiner Bar.

Ich kam schon, da hat er gerade erst die Stühle auf der Strasse aufgestellt. Habe mich schon reingesetzt und ein Bier bestellt. Ich würde gerne den ganzen Abend eins nach dem anderen bestellen. Egal, wie es mir geht. Nur, um schlussendlich wieder mit ihm die Türen schliessen zu können und nach Hause torkeln.

Ich könnte all das tun... doch etwas schwirrt in meinem Kopf und ich weiss - und habe das Gefühl es nie tun zu können...

Selbst in diesem Blauland hinter der Bar mit einem angeschrägten Bierglas am Zapfhahn zu stehen und den Stammgästen Insider zurufen.

Doch Stammgast bin ich noch nicht und hinter der Bar stehe ich erst recht nicht.

Doch wie ich vergangene Woche lernte ist es vielleicht auch schön, wenn man immer etwas zu träumen hat...


Liebe Grüsse und vielleicht doch eines Tages hinter der Bar der Blaupause


Der mit dem gelben Pullover, dem blauen Hut und mittlerweile noch getränkteren Augen vor ein wenig Traurigkeit und ein wenig mehr an Bier

86 Ansichten